Kolumne Gerd Thomas Graswurzelbewegung

Es braucht eine Graswurzelbewegung

Weil alle beim DFB von Reformen reden, aber niemand über die Amateure, machen wir das selbst. Zum Beispiel über Geld – über Geld, das uns vorenthalten wird. Von GERD THOMAS

Es geht nicht voran beim DFB. Nach den Rücktritten von Fritz Keller und Friedrich Curtius, folgte die vom 19-Monate-Präsidenten verpflichtete Medienchefin. Weitere Änderungen werden folgen, es fragt sich nur wo und in welcher Reihenfolge. In den Medien dreht sich alles um Personen. Welche Köpfe sind geeignet, den Verband aus der Krise zu führen? Neben den üblich verdächtigen Ex-Profis bringen sich erstmals auch mehrere
Frauen ins Spiel. Darunter eine ehemalige Managerin eines Proficlubs und ein auch bei der Fifa wohl gelittenes Gesicht von Transparency International Deutschland. Keine Frage, mehr Frauen an der Spitze würden dem DFB sicher gut tun. Doch warum redet eigentlich kaum jemand über Inhalte und Strukturen – vor allem nicht über die Amateure, die ja 99 Prozent der Vereine stellen?

Immerhin erinnert man sich an Ute Groth, ebenfalls Kolumnisten der HARTPLATZHELDEN, die vor zwei Jahren kandidieren wollte, aber schon auf Bezirksebene eiskalt ausgebootet wurde. Sie ist zurzeit die einzige Genannte, die im Lager der Amateurvereine zu verorten ist. Gleichwohl dürften unter den Mitgliedern der 25.000 Vereine weitere Menschen sein, die die Basis des Fußballs vertreten könnten. Ute sagte unlängst selbst, sie könne sich eine erneute Kandidatur nur im Team vorstellen. Ein lobenswerter und richtiger Ansatz. Denn genau das braucht es: Teamplay, Transparenz und Fairplay.

Es führt nicht weiter, die hinlänglich bekannten Scharmützel in der DFB-Spitze zum hundertsten Mal aufzulisten. Viel interessanter ist, dass sich inzwischen Amateurvertreterinnen vernetzen und inhaltlich austauschen. Damit sind sie strategisch deutlich weiter als andere Akteure des Spiels.

Was sind die Themen, die den Breitensport umtreiben? Da ist natürlich die Zukunft des Ehrenamts, das nicht erst seit Corona über immer größere Belastungen und Verantwortung klagt. In den Ballungsräumen fehlt es an sportlicher Infrastruktur, in der Fläche kriegen viele Vereine in der Jugend kaum noch Großfeldteams zusammen. Spielgemeinschaften sind als Lösung vielerorts nicht sehr beliebt, jeder Verein führt nun mal sein Eigenleben. Viele Clubs beklagen eine Überalterung der Vorstände und zu wenig Engagement bei den 30- bis 50-jährigen, denn diese arbeiten oft deutlich mehr als vierzig Stunden in der Woche.

Und natürlich geht es auch ums Geld. Zum Jahreswechsel soll eine GmbH aus den DFB-Filetstücken gegründet werden. Hierzu gehören die Nationalmannschaft, der DFB-Pokal und die ohnehin vom DFB, also weitgehend von den Amateuren, bezahlte Elite-Akademie. Ewigen Mahnern wie Engelbert Kupka mit seiner Initiative „Rettet die Amateure“ ist es zu verdanken, dass auch das vielleicht wichtigste Thema, nämlich der TV-Grundlagenvertrag, nicht in Vergessenheit gerät. Der DFB erhieltfrüher 3 Prozent der Vermarktungseinnahmen. Da diese aber inzwischen gigantische Summen erreichen, sehen die Profivereine sich plötzlich nicht mehr an frühere Vereinbarungen gebunden. Ein nur für Insider verständliches Dickicht aus Nebenabsprachen und Klauseln macht die Sache inzwischen unübersichtlich. Fakt ist aber, die Amateure werden zunehmend vom Berufsfußball abgekocht.

Die heutige Nomenklatura des DFB erklärt ein ums andere Mal, nur sie könne für die Amateure so verhandeln, dass diese nicht unter die Räder kommen. Aber stimmt das auch? Die Vereine werden ja nicht einmal gefragt, wie sie die Sache sehen. Das veraltete System sieht vor, dass die Präsidenten (Frauen gibt es nicht) einigen wenigen Verhandlern die uneingeschränkte Vollmacht geben. Nun muss man wissen, dass diese Landesfürsten sich keineswegs ein Votum von ihrer Basis einholen. Sie entscheiden in der Regel eigenmächtig und machen genau wie beim Votum über Keller, Koch, Curtius und Osnabrügge vor einigen Wochen in Potsdam ihre Abstimmung mit ihrem Badezimmerspiegel ab. Allenfalls wird abends zuvor an der Hotelbar – in Coronazeiten in bilateralen Gesprächen mit Kollegen – die eigene Meinung noch einmal „überprüft“, natürlich auch die eine oder andere Allianz geschmiedet. Man kennt sich, man schätzt sich, man versteht sich. Und man weiß einiges übereinander.

Dieses System aus Leisetreterei und Geheimniskrämerei gilt es abzuschaffen, will sich die Basis endlich Gehör verschaffen. Es braucht eine Graswurzelbewegung, es braucht endlich mehr Vereinsfunktionäre, die sich nicht mehr mit der alleinigen Meinung der Landesfürsten zufrieden geben. Der Amateurfußball steht am Scheideweg und muss sich aufbäumen. Die 25.000 Vereine brauchen endlich eine Art Gewerkschaft für den Breitensport, mindestens eine Interessengemeinschaft. Deren Protagonisten sollten in der Breite gewählt werden, mehr als Tickets für Ehrentribünen und 6-Sterne-Hotels im Kopf haben und die ganze Diversität des Amateurfußballs spiegeln.

Wie es zu so einer Bewegung kommen könnte, haben die Vereine in Berlin gezeigt. Sie haben gegen große Teile ihres Landespräsidiums eine AG Zukunft durchgesetzt. Auch wenn der amtierende Präsident versucht, sich nach seiner zunächst ablehnenden Haltung nun plötzlich als Spitze der Bewegung zu gerieren – der Anstoß kam nicht aus dem Präsidium. Er kam von der Basis.

Die Pandemie hat alle gelehrt, mit Videokonferenzen umzugehen. Dieses Instrument könnte jetzt helfen, die Wege zu verkürzen, die Leute zusammenzubringen, die dringend notwendigen Diskussionen zu ermöglichen.
Anders als bei der Alibi-Veranstaltung „DFB-Amateurkongress“ werden nicht ausgewählte Leute gehört, sondern alle Interessierten können sich einbringen. Sogar ein alternativer Amateurkongress wäre denkbar. Damit könnte die von den Verbänden so gern beschworene Digitalisierung tatsächlich etwas für die Vereine voranbringen. Nur ganz anders, als die amtierenden Herren sich das gedacht haben.

Gerd Thomas

Gerd Thomas

Gerd Thomas ist seit 2017 Erster Vorsitzender (seit 2003 im Vorstand) des FC Internationale Berlin. 2013 zeichnete der DFB den Verein mit dem Integrationspreis aus.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Helmut Wagner

    Sehr geehrter Herr Thomas,

    wir – von sportxmedia.de – betreiben das http://www.ah-fussballportal.de und engagieren uns seit über 15 Jahren für den AH-Fußball in Deutschland. Neben der Unterstützung der Oldies Ü-32 – Ü-70 befassen wir uns aber auch mit der Problematik im Amateurfußball. Ihren Vorschlag einer Graswurzelbewegung finden wir höchst interessant, weil wir uns in diese Richtung auch schon einmal Gedanken gemacht haben, die ich Ihnen beigefügt habe.
    Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Mob.: 0163 8523 056, e-mail; hw@sportxmedia.de

    Gesellschaftsgründung – Deutsche Amateur Fußball Vereinigung (DAFV)

    – Eine Interessenvertretung für den Amateurfußball in Deutschland

    Gliederung:

    Vision / Unternehmenskonzept

    Möglichkeiten der Umsetzung (Meilensteine Gründung Amateurfußball Interessenvertretung – Deutsche Amateur Fußball Vereinigung)

    Marktsituation

    Standort

    Rechtsform und Firmierung

    Fazit

    Vision

    Die Amateurvereine in Deutschland klagen schon seit einigen Jahren, daß der DFB nicht auf ihre Probleme und Sorgen eingeht. Initiativen von verschiedenen Seiten

    Aktionsbündnis „Rettet den Amateurfußball“ (Gründung: 28.01.2017)
    Kandidatur einer Frau (Ute Groth) zur DFB Präsidentin

    waren gutgemeint und wiesen auch auf die Probleme im Amateurfußball hin.

    Sie wurden in der Presse publiziert und so einem breiteren Publikum vorgestellt. Ergebnisse lieferten sie allerdings nur unzureichend, sodaß sie in der Amateurfußball-Community kein nachhaltiges Echo fanden. Man nahm es zur Kenntnis, unterstrich auch die Wichtigkeit der angesprochenen Punkte, sah sich aber in den Vorständen, aufgrund den eigenen Verein in der Corona Krise über Wasser zu halten, nicht in der Lage sich auch noch diesen Initiativen anzuschließen und zusätzliche ehrenamtliche Arbeit und Zeit aufzuwenden.

    Das lag zum einen daran, daß diese Initiativen zwar mit viel Herzblut und Engagement angegangen wurden und auch den Kern der Sache trafen, aber von der Strategie nicht sonderlich ausgereift wirkten.

    So hatte das Aktionsbündnis „Rettet den Amateurfußball“ das am 28.01.2017 gegründet wurde zwar einige hundert Unterstützer aus dem Amateurbereich, aber um Gehör bei den Landesverbänden und dem DFB zu finden, hätten im ersten Schritt mindestens 75% (75 x 24.481 / 100 = ca. 18.375 Amateurvereine) und in nachfolgenden Schritten die restlichen 25% für diese Aktion gewonnen werden müssen.

    Auch die spontane Kandidatur einer Frau aus dem Fußball Verband Niederrhein, die seit vielen Jahren 1.Vorsitzende eines Amateurvereins in Düsseldorf ist und die Probleme des Amateurfußballs bestens kennt – war mit Sicherheit gut gemeint, aber bei allem Respekt nicht gut geplant.

    Gut gemeinte Aktionen und Engagements liefen so ins Leere, die bei intensiverer Vorbereitung und Planung durchaus hätten erfolgreich verlaufen können.

    Da ja fast alle Amateurvereine mit den selben Problemen kämpfen sollte ein Zusammenschluß dieser durchaus machbar sein.
    Zwar können sich die Vereinsvertreter nicht darum kümmern, wie ihre Anliegen beim DFB vorgebracht werden, eine Institution, wie die DFL für die Profivereine der 1. und 2. Bundesliga, etwa eine Deutsche Amateur Fußball Vereinigung (DAFV), die die Interessen der Amateurvereine gegenüber dem DFB und der DFL vertritt, wäre da ein durchaus geeignetes Mittel um die Interessen der Basis des Fußballs gegenüber diesen beiden Organisationen vorzutragen und durchzusetzen.

    Mit der „Deutschen Amateur Fußball Vereinigung“, der alle deutschen Amateurvereine von der Kreisliga D bis zur Regionalliga beitreten sollten, würde ein Gegengewicht zum DFB und der DFL geschaffen, der als gleichberechtigter Partner die Interessen der Amateurvereine vertritt, als Mitglied im DFB vertreten ist und einen Vizepräsidenten im Vorstand stellt. Mit dem DFB und der DFL in Fragen der Ausrichtung des Fußballs in Deutschland in der Zukunft mit eigenen Ideen und Vorstellungen kooperiert und den Amateurfußball bundesweit vermarktet, und bei der Diskussion über die Verteilung der TV-Vermarktungsgelder (Neuregelung des Grundlagenvertrages zwischen DFB DFL 2023) Mitspracherecht hat.

    Hierbei geht es nicht darum einen Konfrontationskurs der Amateurvereine mit dem DFB und der DFL anzuzetteln, sondern lediglich darum, das die prekäre Situation des Amateurfußballs bekämpft werden soll um die Zukunft des gesamten Fußballs in Deutschland wieder auf solide, gesunde Beine zu stellen.

    Wie funktioniert die Gründung der „Deutschen Amateur Fußball Vereinigung“

    Über die Presse, Internet und mit einem Newsletter an die Amateurvereine in ganz Deutschland wird der Vorschlag der „Deutschen Amateur Fußball Vereinigung (DAFV)“ den Amateur-Fußballvereinen in Deutschland, vorgestellt.
    Gegen einen Beitrag von 20,- (10,-) Euro/Jahr können die Amateurvereine der Deutschen Amateur Fußball Vereinigung beitreten. Als Mitglied können sie alle Dienstleistungen der Vereinigung in Anspruch nehmen.
    Die „Deutschen Amateur Fußball Vereinigung“ wird dann gegründet, wenn mindestens 75% (75 x 24.481 / 100 = ca. 18.375 Amateurvereine) der Amateurvereine Mitglieder geworden sind. Ziel ist es, alle Amateurvereine unter diesem Dach zusammenzuschließen.

    Was will die „Deutsche Amateur Fußball Vereinigung“ und was sind ihre Leistungen

    Der DFB ist, wie schon erwähnt, schon seit einigen Jahren nicht mehr der Interessenvertreter des Amateurfußballs. Mit zunehmender Professionalisierung des Fußballs in Deutschland hat sich der DFB auch immer mehr von der „Basis Amateurfußball“ entfernt und sich dem Profifußball und der Nationalmannschaft, den beiden Cashcows des Verbandes, zugewandt.

    Alle Präsidenten des DFB im neuen Jahrhundert wiesen zwar immer auf die Funktion des Amateurfußballs, als Herz des Fußballs und Zubringer für den Profifußball hin, Strategien zur effektiven Unterstützung wurden aber nur von wenigen spärlich entwickelt und oft trafen sie auch nicht die Bedürfnisse der Amateurvereine.

    Die Deutschen Amateur Fußball Vereinigung stellt eine Institution dar, die diesen Mißstand – in Zusammenarbeit mit dem DFB – beseitigt und diskussionswürdige Vorschläge und Lösungen für die Probleme der Amateurvereine bereitstellt und bei der Umsetzung unterstützt. Sie soll eine Lobby für den Amateurfußball werden, die es in dieser Form heute noch nicht gibt.

    Aufgabengebiete um die sich die Deutschen Amateur Fußball Vereinigung kümmern will:

    1. Finanzierung Vereine
    2. Amateurfußball Sponsoring
    3. Ehrenamtliche Helfer
    4. Trainerausbildung (Jugendtrainer Amateurfußball)
    5. DFB-Akademie
    6. Amateur-Wettbewerbe
    7. Digitalisierung
    8. Ausgleich der Verluste der Amateure durch BL Sonntagsspiele

    1) Finanzierung der Vereine

    Das Hauptproblem des Amateurfußballs in der heutigen Zeit ist die Finanzierung.

    Sponsoren drängen immer mehr ins Profigeschäft und so wird es für die Vereine an der Basis immer schwieriger an Finanzmittel zu kommen. Der Vorschlag von Ex-Präsident Grindel, beim Amateurfußball Kongress in Kassel 2019, die Beiträge in den Amateurvereinen zu erhöhen, war dabei ein Vorschlag der einfach nur ein Kopfschütteln bei den Vereinsvertretern hervorrief und an der Kompetenz dieses Präsidenten erhebliche Zweifel aufkommen ließ.

    Laut DFB Website heißt es, das der DFB und die Landesverbände rund 120 Millionen Euro pro Jahr in den Amateurfußball investieren. Das wären 2019 für jeden der (24.481 Fußballvereine insgesamt in Deutschland – 56 Profivereine = 24.425 Amateurvereine: 120.000.000 : 24.425 = 4.912,99 Euro / Amateurverein im Jahr). 24.425 Amateurvereine ca. = 4.900,- Euro gewesen, die der Vereinskasse aller gut getan hätten. Aber die Frage ist „wo ist das Geld geblieben?“

    Der DFB bietet kostenpflichtige Fortbildungen an, Kampagnen wie „Unsere Amateure – echte Profis“ die 2013 startete, verschlangen zur Herstellung etliche hunderttausend Euro, brachten den Amateurvereinen definitiv aber keinen Nutzen.
    Es gibt Websites mit dem Angebot für Trainingseinheiten, und auf http://www.fussball.de kann man alle Amateur-Ergebnisse abrufen, aber das hilft doch nicht bei der täglichen Arbeit mit den Jugendlichen.
    Die Spiele müssen organisiert, Übungsleiter müssen gefunden und bezahlt werden, für deren Fortbildung entstehen Kosten und zudem fallen Strafen (Nichtmeldung von Ergebnissen bei Fussball.de.) und Beiträge an.

    Das Amateurfußballportal http://www.fussball.de hat mit Sicherheit guten Anklang bei allen Amateurvereinen gefunden. Mit seinen Subsites ist es ein Angebot der DFB GmbH und hat mit der Deutschen Post AG (Hauptsponsor), Commerzbank, VW, REWE, Flyeralarm, adidas und Coca Cola, etc. finanzstarke Sponsoren.

    2016 verzeichnete http://www.fussball.de 3,01 Milliarden Seitenaufrufe. Damit ist das größte deutsche Amateurfußballportal Rekordhalter und die beliebteste Website des Jahres 2016 in der Kategorie Sport. Und der DFB wird daran auch nicht schlecht verdienen.

    Aber was fällt davon für die Amateurvereine finanziell ab, außer der Information über die Ergebnisse und Statistiken der wöchentlich 80.000 Spiele, die live getickert werden können, den Spielerprofilen, Mannschafts- und Vereinsseiten sowie einigen Serviceangeboten für Trainer/innen, Spieler/innen, Schiedsrichter/innen oder Vereins- und Verbandsmitarbeiter/innen – die hier laut DFB passgenau und zielgruppenspezifisch wertvolle Hinweise und Informationen für ihr Tun finden.

    Das viele Amateurvereine finanziell am Tropf hängen und kurz vor der Insolvenz stehen, kommt immer häufiger vor, da hätte der DFB mit seinen Stakeholdern (z. B. Sponsoren, Profivereinen, Fans und Liebhabern des Fußballs, etc.) die Chance aktiv zu werden und helfend einzugreifen.
    Denn dem DFB sollte die Basis mit den Amateurvereinen nicht egal sein, immerhin sind diese Vereine die Zulieferer für den Profibereich, Namen wie Phillip Lahm (Freie Turnerschaft Gern/München), Bastian Schweinsteiger (FV Oberaudorf), Joshua Kimmich (VfB Bösingen), Niklas Süle (SV Rot-Weiß Walldorf), Timo Werner (TSV Steinhaldenfeld) sowie İlkay Gündoğan (SV Gelsenkirchen-Hessler) können das nur bestätigen.

    Im Zuge einer Solidaritätsaktion könnten der DFB und die Profivereine ganz erheblich dazu beitragen, dass die Amateurvereine als Basis des Profifußballs wieder attraktiver und auch finanziell besser gestellt würden.
    Es geht nicht darum, den Profis etwas streitig zu machen, was ihnen zusteht und was sie benötigen, um im internationalen Fußball wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber auch die Amateurvereine, die Zubringer für den Profifußball sind, sollten schon alleine aus Solidaritätsgründen angemessen an den TV Vermarktungserlös beteiligt werden.

    Dabei könnte der Grundlagenvertrag zwischen dem DFB und der DFL, der dafür sorgen soll, dass ein Teil der Milliarden-Einnahmen der Bundesliga in den Amateurbereich fließt, beitragen.
    Für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 können die Bundesliga-Clubs mit Einnahmen in Höhe von durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro rechnen. Dies entspricht einem Gesamterlös in Höhe von 4,4 Milliarden Euro. Zusätzlich erhalten sie noch ca. 250 Mio./Jahr für die Vermarktung der internationalen Medienrechte.

    Alleine diese 250 Mio. aus der internationalen Medienrechte Vermarktung könnte die Rettung für die Amateure sein. Teilt man diese 250 Mio. Euro nur auf die 56 Profivereine der 1. bis 3. Liga auf, erhielte jeder Club 4.464,29 Millionen Euro, wovon die 1. Bundesligisten gerade einmal einen mittelmäßigen Transfer tätigen könnten.

    Würde dieser Betrag allerdings auf alle 24.425 Vereine im DFB gleichmäßig aufgeteilt, so erhielte jeder Club bis zur Regionalliga 10.235,41 Euro/Jahr. Ein Betrag, der den größten Teil der Amateurvereine die Existenz retten und den Spielraum für Investitionen in den Vereinen erweitern würde (dies sollte z.B. nur für Amateurvereine die Jugendarbeit betreiben und mindestens drei Jugendmannschaften im Spielbetrieb haben gelten). Vereine die keine Jugendarbeit betreiben bekommen diese Unterstützung nicht.
    Der nicht ausgezahlte Betrag von 10.235,41 Euro/Jahr für diese Vereine fließt in einen Amateurfußball Sicherheits Fond, der mit den Geldern aus diesem Fond in Not geratene Amateurvereine (Hochwasser auf dem Sportfeld, Renovierung der Sportanlagen, des Vereinsheims, etc.) hilft.

    Für Engagement und Integration werden Amateurvereine kräftig vom DFB gelobt, Anschaffungen wie neue Bälle oder Reparaturen auf dem Vereinsgelände bezahlt das freilich nicht, da wäre eine solche Hilfe der Profiklubs auch für sie eine „Hilfe zur Selbsthilfe“.

    2) Amateurfußball Sponsoring

    Während die Top Vereine Erträge in Millionenhöhe durch Sponsoring Verträge einnehmen, fällt es den kleineren Vereinen immer schwieriger sich über Wasser halten zu können. Viele Amateurvereine haben es schwer, die Ausgaben zu decken, sodass immer mehr regionale Teams von der Bildfläche verschwinden, wenn nicht ausreichend Mitglieder oder Erfolge vorhanden sind. Es hat schon lange den Anschein, als sei dem DFB die Basis herzlich egal. Stattdessen werde sich vornehmlich auf den ertragreichen Profifußball konzentriert.

    Alleine in den letzten fünf Jahren hat der DFB ca.16.000 Mannschaften im Amateurbereich verloren. Die Insolvenzen bei den Amateuren nehmen immer mehr zu und die Rekrutierung von ehrenamtlichen Helfern gestaltet sich immer schwieriger, weil auch die Aufgaben umfangreicher geworden sind (Datenschutzbestimmungen, steuerliche Anforderungen, Digitalisierung, etc.).
    Die wenigen Einzelkämpfer fühlen sich allein gelassen. Sie sind überfordert. Sie haben das Gefühl, dass die Schere zwischen reichen Profis und armen Amateuren immer weiter auseinander geht.
    Es wird für sie immer schwieriger Sponsoren zu finden, die dazu beitragen, dass die Vereine an der Basis auch in Zukunft eine Überlebenschance haben und den Breitensport wieder auf solide Beine stellen.

    Eine Möglichkeit böte sich dabei über den DFB

    Aufgrund der guten Vernetzung und der Popularität des DFB, dürfte es nicht schwer sein 5000 Firmen/Unternehmen in Deutschland zu finden, die sich als Sponsoren des „Amateurfußballs“ zur Verfügung stellen. Jedes Unternehmen, dass an dieser Aktion teilnimmt bekommt ein DFB-Zertifikat „DFB-Förderer des Amateurfußballs“
    Dafür erhalten die Unternehmen vom DFB jeweils 2 Gratis-Karten zu allen Spielen der Nationalmannschaft in Deutschland, 2 Karten zum DFB-Pokalendspiel und sie haben mit einem Ausweis „DFB-Förderer des Amateurfußballs“ zu allen Amateurfußballspielen in Deutschland von der Kreisliga D bis zur Oberliga freien Eintritt. Zudem werden diese Unternehmen auf einer Sponsorentafel verewigt.

    Aber wie soll das funktionieren:

    Der DFB schreibt das Projekt „Amateur Fußball Sponsoring“ in Zeitungen und seiner Website aus und interessierte Firmen können sich direkt beim DFB melden.

    Mit den 25.000.000,- Euro werden dann die Amateurvereine unterstützt,

    die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind,

    die Probleme mit der Infrastruktur ihrer Sportanlagen und Funktionsgebäude haben

    die hervorragende Jugenarbeit betreiben und

    die sich bei der Integration (Integration von Flüchtlingen) besonders engagieren,

    die schon seit Jahren soziale Einrichtungen oder in Not geratene Familien mit ihren Turnieren und anderen Veranstaltungen unterstützen.

    Als zusätzlichen Partner für das Projekt „Amateur Fußball Sponsoring“ könnte man auch die bundesweiten IHK‘s (Industrie u.Handelskammern) nutzen.
    In den IHK Veröffentlichungen / WirtschaftForen Berichte zum Amateurfußball und der Möglichkeit der Werbung veröffentlichen. Firmen diese Art von Werbung/Sponsoring schmackhaft machen. Ansprechpartner für Sie die DAFV, die für Rückfragen zur Verfügung steht und aus den Rückmeldungen einen Sponsorenpool zusammenstellt.

    3) Ehrenamtliche Helfer

    Nahezu 1,7 Millionen Ehrenamtliche arbeiten in den ca, 25.000 Amateurvereinen Monat für Monat mit, damit der Fußball an der Basis reibungslos ablaufen kann. Der größte Teil dieser ehrenamtlichen Helfer geht absolut unentgeltlich dieser Beschäftigung nach, weil die Amateurvereine meistens nicht in der Lage sind, ihnen 60,- Euro / Ehrenamtspauschale im Monat zu zahlen.

    Hier könnte der DFB und die DAFV bei der Politik vorstellig werden und versuchen in Sachen Ehrenamtspauschale Veränderungen herbeizuführen. Durch Steuervergünstigungen (Anhebung der Ehrenamtspauschale) für die Ehrenamtlichen könnte dieses Amt an mehr Wertschätzung und auch Zugkraft gewinnen.

    Ehrenamtspauschale / Aktualisiert am: 24.08.20

    Die Ehrenamtspauschale ist ein persönlicher steuerlicher Freibetrag von aktuell 720 Euro pro Jahr. Mit diesem Freibetrag haben gemeinnützige Vereine die Möglichkeit, ihre ehrenamtlich Tätigen (Helfer, Mitglieder, Vorstand) finanziell zu honorieren – ohne dass für diesen Betrag Steuern beim Verein oder den Begünstigten anfallen. Das Geld gibt es also brutto für netto.
    Eigentlich hatte der Bundesrat für 2020 eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro in Aussicht gestellt. Doch die Corona-Krise hat diesem Vorhaben wohl für’s Erste einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn dass keine Steuergeschenke gemacht werden, während vielen Betrieben und Wirtschaftszweigen der Kollaps droht, versteht sich von selbst. Planen Sie also weiterhin mit den 720 Euro – sofern ihr Verein nicht auch Leidtragender der Corona-Krise ist – und ansonsten gilt: Abwarten! (Quelle:https://www.vereinswelt.de).

    Schaut man sich aber die Praxis im Amateurfußball an, so stellt man fest, das es kaum einen Verein gibt, der neben den Trainern und den Platzwarten auch noch ehrenamtliche Helfer mit 60 Euro im Monat entlohnen kann.
    Ehrenamtliche Vorstände, Spielausschußmitglieder, Mannschaftsbetreuer, Mütter und Spielerfrauen, die Trikots waschen oder Buchhalter/innen die die Buchhaltung der Amateurvereine machen, arbeiten zum Nulltarif und kommen gar nicht in den Genuß einer Ehrenamtspauschale. Da hätte der DFB längst ansetzen müssen um eine Regelung für diese engagierten Vereinsmitglieder herbeizuführen.

    Vorschlag:

    Allen ehrenamtlichen Helfern, die im Amateursport tätig sind und während der Woche mindestens 10 Stunden für ihren Verein aktiv sind (= 10 Std. x 50 Wochen = 500 Std/Jahr), sollten eine Bescheinigung ihres Clubs erhalten. Diese Bescheinigung könnte dann in der Lohn-/Einkommensteuererklärung eingereicht werden und ein Freibetrag von 1.200,- Euro könnte damit geltend gemacht werden. Auch die ehrenamtlichen Helfer, die eine Ehrenamtspauschale (für Trainer, Betreuer, Fahrtkosten, etc.) erhalten (bis jetzt konnten 60,- Euro pro Monat / 720,- Euro/pro Jahr) als Freibetrag geltend gemacht werden, sollte auf 1.200,- Euro erhöht werden um diese Tätigkeit attraktiver zu gestalten.

    Partner die die Rekrutierung von ehrenamtlichen Helfern für Amateurvereine unterstützen könnten:

    Finanzämter => (zur Steuererklärung wird ein Merkblatt beigefügt, das auf die Ehrenamtspauschale hinweist und e-mailadressen angibt – Ehrenamt für Sport, Kultur, Gesellschaft, etc. – an die sich Interessierte wenden können, die sich ehrenamtlich engagieren wollen).

    Deutsche Rentenversicherung => (mit dem Rentenbescheid – dem altersmäßigen Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess – wird ein Merkblatt beigefügt, das auf die Ehrenamtspauschale hinweist und e-mailadressen angibt – Ehrenamt für Sport, Kultur, Gesellschaft, etc. – an die sich Interessierte wenden können, die sich ehrenamtlich engagieren wollen).

    Jobcenter => Arbeitslosengeldempfänger, die Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement haben, an die verschiedenen Vereine, Institutionen vermitteln.

    4) Trainerausbildung (Jugendtrainer Amateurfußball)

    Es wird moniert, dass die Kosten für Lehrgänge und Lizenzen zur Trainerausbildung beim DFB zu hoch sind und das bei der Ausbildung von Jugendtrainern nicht die Anforderungen der heutigen Gesellschaft berücksichtigt werden.
    Hier muß mit dem DFB ein Konzept erarbeitet werden, das auch den Anforderungen der Amateurvereine gerecht wird und nicht nur die Bedürfnisse der Profivereine und deren Nachwuchsleistungszentren abdeckt.

    Beispiel:

    Gerd Rathjen jahrelang Mitglied im Bund Deutscher Fußball-Lehrer, wurde wegen der Kritik am DFB aus seinem Ehrenamt gefeuert. Mehrfach hatte der Vorsitzende der Trainergemeinschaft Landkreis Rotenburg (TGLR – Niedersachsen) bereits die hohen Kosten für Lehrgänge und Lizenzen zur Trainerausbildung kritisiert.
    „Gerade in der Jugendarbeit leisten die Amateurvereine eine große Arbeit für die Profis.
    Aber nur ein Viertel der Mannschaften in Deutschland haben einen einzigen lizensierten Trainer, denn die Ausbildung ist teuer. Hier müsste der DFB viel mehr Geld bereitstellen. Stattdessen verdient er sogar noch an den hohen Ausbildungkosten.“

    600 Euro kostet eine B-Lizenz,

    1300 Euro eine DFB-Elite-Jugend-Lizenz

    Ein Kritikpunkt sind die Kosten der Trainerausbildung, ein weiterer sind die Inhalte die vor allem Jugendtrainern vermittelt wird.

    Beispiel:
    Auf seiner Website stellt der DFB Studien vor und macht sie in leicht verdaulicher Form einem breiten Publikum verständlich.
    Zum Beispiel die Studie „Keep Your Head Up – Correlation between Visual Exploration Frequency, Passing Percentage and Turnover Rate in Elite Football Midfielders“ (diese Überschrift/ dieses Motto ) hätte man auch besser in deutsch veröffentlichen können) aus dem Jahr 2019, die sich mit der Verbesserung der Orientierungsfähigkeit auf dem Fußballplatz auseinandersetzt.

    Großer Aufwand für ein nützliches Angebot – wenn man Trainer einer Regionalliga-Mannschaft oder in einem Nachwuchsleistungszentrum ist.

    Der durchschnittliche Jugendtrainer in den unteren Amateurligen dagegen würde sich zwar wünschen, seinen Jungs ein solches Wissen zu vermitteln, hat aber in der Realität des Amateurfußballs mit anderen Dingen zu tun: Nur selten kann er in voller Kaderstärke trainieren, oft muss er Unpünktlichkeit monieren, manchmal Dispute zwischen Spielern moderieren. Eine nicht optimal ausgeprägte Orientierungsfähigkeit ist eher ein geringes Problem.

    Wie man richtig mit Jugendlichen kommuniziert, sie zu Verantwortungsgefühl erzieht, wie man ihnen Werte auf einen Weg mitgibt, der sie vermutlich nicht auf das Hochplateau des Profifußballs führen wird: das wäre praxisrelevantes Wissen für einen durchschnittlichen Fußballtrainer in Deutschland.

    Dazu gibt es Studien, wie zu anderen Themen des Amateurfußballs. Die Fachzeitschrift Fußball und Gesellschaft hält einige dieser Studien bereit, die genutzt werden könnten um den Jugendtrainern Lösungsansätze für ihre wöchentliche Arbeit zu bieten. (Quelle: Tim Frohwein: Ich wünsche mir einen Wissensspeicher über Amateurfußball 18.Nov.2020)

    5) DFB-Akademie

    Damit die DFB-Akademie keine Einrichtung nur für den Profi-Fußball wird, sollten der DFB und die DAFV Möglichkeiten der Nutzung entwickeln, die den Bambinis bis zu den AH-Kickern zugute kommen.
    Trainingsmöglichkeiten und Turnierserien, die dort vor Ort durchgeführt werden könnten.

    So würde sich der Bau der DFB-Akademie für den DFB und den Amateurfußball als Glücksfall herausstellen.
    Mit der DFB-Akademie könnten der DFB, Oliver Bierhoff und Akademieleiter Tobias Haupt nun eine Einrichtung platzieren, die auch dem Amateurfußball neue Möglichkeiten bietet, sich attraktiver und interessanter darzustellen.

    Bierhoff und sein Team sehen zwar in dieser Akademie in erster Linie eine Möglichkeit, die Nationalmannschaft und den Spitzenfußball – sprich Profibereich – weiter zu fördern, aber keiner wird den Planern und dem DFB-Direktor unterstellen, dass er die Amateure dabei ganz aus dem Auge verloren hätte. Schließlich ist der Amateurfußball laut DFB die Basis für den Profibereich.

    Die DFB-Akademie sollte sich zu einem Projekt entwickeln, das dem DFB auch bei den Amateuren wieder ein besseres Image verleiht. Denn durch die Nutzung dieser Akademie durch die Amateure wäre der Vorwurf einer weiteren Unterstützung nur des Profibereichs entkräftet. Die Attraktivität des Amateurfußballs könnte durch Turnierserien wieder gesteigert, und die Basis würde mit Hilfe des DFB wieder gestärkt werden, was auch seine Aufgabe sein sollte.

    Dazu müsste der DFB den Amateurvereinen von der Jugend bis zu den AH-Fußballern/Fußballerinnen aber auch die Möglichkeit bieten, die DFB-Akademie für eigene Turniere, Trainingslager und Schulungsmaßnahmen zu nutzen.

    Aber nicht nur die sportliche Nutzung der Akademie könnte bei den Amateurvereinen neue Motivation und Aufbruchstimmung erzeugen, auch der Vorschlag von Tim Frohwein in seinem Artikel vom 18.11.2020 auf der Webseite der „Hartplatzhelden – Ich wünsche mir einen Wissensspeicher über Amateurfußball“, könnte dazu entscheidend beitragen.

    Denn mit dem geplanten Think-Tank, einer Ideenschmiede, die mit unterschiedlichen Arbeitsweisen mehrerer voneinander unabhängiger Einzelwissenschaften (Sportwissenschaft, Medizin, Psychologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft etc.) Themenfelder im deutschen Amateur- und Profi-Fußball behandeln soll, wird ein Kompetenzzentrum rund um die wichtigsten Fragen des Fußballs geschaffen.

    Dieses sollte der gesamten Fußball-Community in Deutschland zur Verfügung stehen. Deshalb könnte es in Zukunft für die Entwicklung des Fußballs in unserem Land von großem Nutzen sein, wenn es auch Think-Tank-Treffen gäbe, in denen Amateurvertreter teilnehmen. Sie stellen die Probleme der Amateurvereine vor, es wird darüber diskutiert, und anschließend werden diese Themen wissenschaftlich weiterbearbeitet, um dafür eine passende Lösung zu finden.

    Somit hätten der DFB und Oliver Bierhoff für den Fußball in Deutschland eine Einrichtung geschaffen, die das Image des Verbandes bei den Amateuren wieder erheblich verbessert.
    Das gestörte Verhältnis zwischen beiden Seiten könnte so geglättet und das Miteinander gefördert werden. Es würden für die Amateure neue Anreize geschaffen werden, um auch an der Basis weiter gute Aufbauarbeit für den Spitzenfußball zu leisten.

    6) Amateur-Wettbewerbe

    Amateurwettbewerbe die im vorigen Jahrhundert sich noch großer Beliebtheit bei den Zuschauern und auch Amateurfußballspielern erfreuten, wie der Amateurländerpokal für Amateur-Landesauswahlmannschaften und die Deutsche Amateurmeisterschaft, für die jeweiligen Meister der Oberligen, wurden vom DFB und den Landesverbänden leider eingestellt. Neue Wettbewerbe wurden dafür nicht eingeführt.

    Eine Wiederbelebung in veränderter Form könnte dem Amateurfußball aber neue Attraktivität verleihen.
    Beispiele dazu gibt es da aus dem AH-Fußball.

    2007 führte der DFB den DFB-Ü40-Cup – die Deutsche Meisterschaft für Ü-40 Fußballer und 2013 den DFB-Ü50-Cup in Berliner Olympiapark ein.
    Beide Wettbewerbe, die am zweiten Wochenende im September stattfinden, schlugen bestens ein und belebten den AH-Fußball nachhaltig. Auch der Deutsche Altherren Supercup Ü32 und der Deutsche Ü-40 Pokal, private Initiativen, die den AH-Fußball unterstützen, führten dazu, das dass Mannschaftssterben eingeschränkt und die Attraktivität des Fußballs Ü-32 wieder erheblich gesteigert wurde. Viele Fußballer über 32 Jahre, die ihre aktive Zeit beendet haben, konnten damit in den Vereinen gehalten werden. Als zahlendes Mitglied, als AH-Spieler oder ehrenamtlicher Helfer, blieben sie so dem Amateurfußball erhalten.

    Folgende Möglichkeiten böten sich dabei an:

    Aktiven Bereich der Amateure (Regionalligen):

    Wie einstmals der Amateur-Länderpokal könnte für die Regionalligisten eine Deutsche Regionalmeisterschaft nach Ablauf der Saison eingeführt werden. Fünf Regionalliga-Auswahlmannschaften (Alter 17 – 27 Jahre – ehemalige Profis dürfen nicht teilnehmen) spielen an einem Wochenende in der DFB-Akademie den Deutschen Regionalmeister aus.
    Dieser hat dann die Chance, beim UEFA Regions‘ Cup, dem Turnier der besten Amateurauswahl-mannschaften in Europa, als Deutschlandvertreter mitzuspielen.

    Aktiven Bereich der Amateure (Oberligen):

    Nach dem Muster der einstigen Deutschen Amateurmeisterschaft, an denen die Meister der jeweiligen Oberligen teilnahmen und in KO-System-Spielen nach der Saison ihren Meister ermittelten, könnte eine solche Meisterschaft in abgewandelter Form in der DFB-Akademie an einem Wochenende (Sa. u. So.) nach der abgelaufenen Saison wieder stattfinden. Dazu könnten die 21 Landesverbände den Oberligameister und Vizemeister melden.
    Die vier Halbfinalisten qualifizieren sich dann für den kommenden DFB-Pokal. Hat eines dieser Teams den Landespokal seines Verbandes gewonnen und ist bereits für den DFB-Pokal nominiert, rückt der fünfte der Deutschen Amateurmeisterschaft nach usw.

    DFB-Charity-Cup für Amateure (Kreisliga bis Oberliga)

    Für die Amateurvereine (Herren und Frauen) von der Kreisliga D bis zur Oberliga (da können nur die Oberliga-Mannschaften melden, die nicht Meister oder Vizemeister geworden sind) könnte dann ein DFB-Charity-Cup, in der Zeit der Vorbereitung auf die Saison im an einem Wochenende im Juli / August, angeboten werden.
    Charity-Cup deswegen, weil die Startgebühr jedes Vereins 100,- Euro beträgt, die in einen Fond fließt, der für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist (der noch bestimmt werden müsste).
    Alle Startgelder aus den DFB-Charity-Cup Turnieren fließen in diesen Charity-Fond. Insgesamt könnten so pro Turnierserie in einem Jahr (4.800 x 7 = 33.600,- Euro) eingespielt werden.

    DFB-Charity-Cup 2022 für 1. Mannschaften der Amateurvereine Herren/Frauen:

    Es können sich alle Frauen-Amateurmannschaften bei ihrem Landesverband anmelden. Bei den Herren-Amateurmannschaften gilt, es dürfen sich nur solche 1. Mannschaften anmelden, deren Verein mindestens vier Jugendmannschaften im Spielbetrieb hat. Die Anmeldungen werden gesammelt, und in einer Auslosung im Landesverband wird ermittelt wer als Teilnehmer am DFB-Charity-Cup für 1. Mannschaften (Frauen/Herren) teilnehmen darf.
    48 Teilnehmermannschaften aus den 21 Landesverbänden könnten an einen Wochenende (Mitte Juli/Anfang August) in der Akademie ihren Sieger ermitteln.

    DFB Charity-Cup 2022 Ü-35 / Ü-40

    Der DFB-Ü35-Charity Cup und der DFB-Ü-40 Charity-Cup werden jeweils an einem Wochenende in der DFB-Akademie ausgetragen. In den AH-Altersgruppen AH Ü-35 sowie Ü-40 werden 48 Mannschaften auf dem Großfeld um den Sieg spielen (Spielzeit beträgt 2 x 15 Minuten).

    DFB-Ü50/Ü-60 Charity-Cup Herren / DFB-Ü-35 Charity-Cup Frauen 2022

    Die Ü-35 Frauen sowie die Ü-50 und Ü-60 Veteranos spielen auf Kleinfeld an einem Wochenende ihre Sieger aus. Gespielt wird auf Kleinfeld, die Spielzeit beträgt 1 x 20 Minuten. In jeder Altersklasse können 48 Mannschaften aus den 21 Landesverbänden teilnehmen.

    Jugendmannschaften der Amateurvereine:

    Für den Jugendbereich der Amateurvereine könnte man sich vorstellen, dass während der Schulferien die Möglichkeit der Belegung der Sportplätze und die Buchung qualifizierter Trainer der DFB-Akademie möglich wäre. Die Jugendlichen würden von qualifizierten Trainern – was in den Amateurvereinen höchst selten ist – trainiert, was für sie ein einmaliges Erlebnis wäre.

    7) Digitalisierung

    Circa 1,7 Millionen Ehrenamtliche, die 120 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr in ihren Sport Jahr investieren organisieren ungefähr 1,6 Mio. Fußballspiele jährlich im Bereich des DFB. Diesen engagierten Mitarbeitern möchte der DFB mit der neuen DFB Online-Vereinsberatung zur Seite stehen.

    Das hört sich alles sehr gut an, in der Praxis sieht es doch häufig ganz anders aus, denn ein großer Teil dieser ehrenamtlichen Helfer haben keinen Laptop und stehen mit der Digitalisierung noch auf Kriegsfuß, sodaß sie dieses Medium als Informationstool für ihre tägliche Arbeit gar nicht nutzen können. Sie bräuchten Ansprechpartner beim Landesverband, dem DFB oder der DAFV, die ihnen zu ihren Fragen die passenden Antworten und Hinweise geben könnten.

    8) Sonntagsspiele der Bundesliga schaden den Amateurvereinen

    Der Sonntag gehört den Amateuren. Ein Satz, der seit Jahren nicht mehr gilt. Wurden seit 2009 zwei Bundesligapartien um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr angesetzt, kommt aufgrund des neuen TV-Vertrages nun ein weiteres Spiel dazu. Fünf Begegnungen aus Liga eins werden zusätzlich um 13.30 Uhr angepfiffen, um mehr Exklusivität zu bekommen und den Vereinen, die in der Europa League teilnehmen, einen freien Tag mehr zu gewährleisten.

    Doch auch die Zerstückelung des Spieltages der Zweiten Liga belastet die Amateure. Drei Partien werden am Sonntag um 13.30 Uhr ausgetragen – in der Primetime der kleinen Klubs. So schauen sonntags weniger Fans in den unteren Ligen zu.

    Beispiel dazu:

    SG Eintracht Frankfurt spielte in der Saison 2011/2012 in der 2. Bundesliga und trug seine Heimspiele vorwiegend am Sonntag um 13.30h aus. Die SG 01 Hoechst im Frankfurter Westen spielte in der 8. Liga, der Gruppenliga Wiesbaden. Da viele Anhänger der SG 01 auch Fans von Eintracht Frankfurt sind, entwickelte sich das zu einem Problem für den Gruppenligisten.
    In der Vorsaison 2010/2011 hatten die Hoechster im Schnitt 70 zahlende Zuschauer. Da sich 10 Heimspiele der beiden Vereine in der Saison 2011/2012 überschnitten kostete das die SG 01 Hoechst ca. 30 Zuschauer weniger so kamen keine 70, sondern nur noch 40 zahlende Zuschauer.
    Das waren am Ende bei 10 Heimspielen 300 Zuschauer die den Hoechstern fehlten, bei einem Eintrittspreis von 4,- Euro waren das 1.200,- Euro, plus der Einnahmen aus Getränke- und Speisenverkauf (Brat-/Rindswurst) von ca. 400 x 2.- Euro = 800,- Euro, somit fehlten den Hoechster ca. 2.000,- Euro in der Vereinskasse. Bei einem Jahresetat von 50.000,- Euro fehlten dem Verein 4,0% zur Deckung des Etats. Hört sich wenig an, ist für einen Amateurverein aber eine beträchtliche Summe.

    Würde der DFB jedem Amateurverein als Ausgleich für die Verluste aus den Spielen der Bundesliga am Sonntag 1.000,- Euro zukommen lassen, könnten sie damit durchaus einen Teil der entstandenen Verluste ausgleichen.

    Für die 1.000,- Euros könnten für die Heimspiele folgende Waren eingekauft werden:

    30 Kisten Bier / 20 Flaschen pro Kasten zu 15,- Euro = 450,- Euro
    10 Kisten Coca Cola, Fanta, Spezie 0,5 L 20Flaschen /18,- Euro = 180,- Euro
    400 Brat-/Rindswürste zu 0,50 Euro = 200,- Euro
    400 Brötchen zu 0,30 Euro = 120,- Euro
    Senf/Ketchup = 50,- Euro

    Gesamtausgaben = 1.000,- Euro

    Verkauf zu den Heimspielen (Anzahl 15)

    1 Flasche Bier 0,3 L 2,- Euro (600 Fl x 2,- €) = 1.200,- Euro
    1 Flasche Cola, Fanta, Spezie 0,5 L 2,- Euro (200 Fl x 2,- €) = 400,- Euro
    400 Brat-/Rindswürste im Brötchen 2,50 Euro = 1.000,- Euro

    Gesamterlös = 2.600,- Euro

    minus zerbrochene/nicht rückgeführte Flaschen 20% = 12,80 Euro
    Mehrwertsteuer 19% (auf 2.600,- € Gesamterlös) = 494,- Euro
    Eigenverbrauch (20 Fl Bier + 5 Fl n.a. Getränke + 15 Brat-Rindsw.) = 36,60 Euro

    Nettogewinn = 2.056,60 Euro

    Allerdings würde diese Ausgleichszahlung dem DFB/DFL ca. 25. Mio Euro Kosten bei ca. 25.000 Amateurvereinen, die davon betroffen sind!

    Vergleicht man diese Zahlen mit dem vorher genannten Beispiel (SG 01 Hoechst) würden die fehlenden 2.000 Euro durch entgangene Zuschauereinnahmen durch die 2.056,60 Euro sogar besser ersetzt werden. Dies gilt aber leider nur für dieses Beispiel.

    Möglichkeiten der Umsetzung

    Aufgrund der kommenden Termine der Nationalmannschaft mit Europameisterschaften und der Weltmeisterschaft, sowie der Eröffnung der DFB-Akademie, hat der DFB ein prall gefülltes Programm in dem er sein Hauptaugenmerk auf diese Turniere legen wird.

    Zukünftige Termine Nationalmannschaft

    2021 EM
    2021 Eröffnung DFB-Akademie
    2022 WM Katar
    2024 EM im eigenen Land

    Das hat zur Folge, dass sich die Organisation voll auf diese Termine konzentrieren und für andere Themen, wie den Amateurfußball, kaum Zeit aufwenden wird. D.h., dass auch in den nächsten vier Jahren, wenn nicht ein Anstoß von den Amateurvereinen kommt, die Amateure für den DFB nur ein nachgelagertes Thema bleiben werden.

    Hinzu kommt in der jetzigen Situation auch noch, das die DFB-Spitze nicht als Einheit auftritt, sondern in Lager gespalten und zerstritten ist. Eine Unterstützung ist somit so gut wie ausgeschlossen und die Basis muß zusehen, wie sie mit ihren Problemen zurechtkommt.

    Auf den DFB als Unterstützer und Berater bei den Themen Finanzierung der Vereine, Rekrutierung von ehrenamtlichen Helfern, Trainerausbildung, Think-Tank für den Amateurfußball (ein Ideenlabor für den Verein der Zukunft) etc. wird man da wohl kaum hoffen können.

    Auch die Aufgabe des DFB Konzepte für den Amateurfußball zu entwickeln, wie Vereine auch in Zukunft leistungs- und überlebensfähig sein können, werden dabei auf der Strecke bleiben. Den Vereinen werden dann nur außenstehende Organisationen, die sich mit diesen Themen befassen, helfen können aus ihrer Misere herauszukommen.

    Die Deutsche Amateur Fußball Vereinigung (DAFV) ist diese Organisation, die als Interessenvertretung der Amateurvereine als Gegenstück zur DFL gemeinsam mit dem DFB (wenn gewünscht), als Mitglied des Verbandes, diese Aufgaben übernimmt.
    Dazu ist es allerdings notwendig, dass diese Organisation gut geplant und strukturiert wird.

    Sechs Ressorts müssten dabei in der Startphase der DAFV mit Fachleuten besetzt werden:

    1. Betriebswirtschaftliches/Volkswirtschaftliche Ressort 3 Vertreter

    2. Unternehmensorganisation
    Finanzen, Controlling, Marketing, Personalwesen, IT und Social Media 5 Vertreter
    3. Sportwissenschaft/Soziologie/Vereinsvorstände 5 Vertreter

    4. Kommunikation/Public Relation (Journalisten) 3 Vertreter

    5. Rechtsanwälte 2 Vertreter

    6. Schiedsrichter 2 Vertreter

    Phase 1: Über eine Umfrage bei allen deutschen Amateurvereinen sollte geprüft werden, ob sie den Aufbau einer Deutschen Amateur Fußball Vereinigung als notwendig erachten und diese auch mit ihrem Beitritt unterstützen würden. Additiv könnte in dieser Umfrage auch gleich gefragt werden, ob es Interessenten gibt, die anfangs ehrenamtlich (in zugründenden Arbeitsgruppen) mitarbeiten würden.
    Dazu könnten die verschiedenen Webseiten, die den Amateurfußball unterstützen, als Verbreitungsmedium dienen. Zudem könnte ein Newsletter mit den Zielen der DAFV an die Amateurvereine diese Aktion zusätzlich unterstützen. (Zeitdauer: Umfragendauer plus Auswertung ca. 3 Monate).

    Phase 2: Haben sich mindestens 50% der Amateurvereine (ca. 12.500) für die Einführung einer Deutschen Amateur Fußball Vereinigung entschieden, wird die Gründung einer Gesellschaft oder eines Vereines angestrebt. Vorbereitung der Gründungsunterlagen/Satzung, Website. (Zeitdauer: 2 Monate).

    Phase 3: Es müssen ehrenamtliche Helfer für die 6 angegebenen Ressorts gefunden werden, die bei der Deutschen Amateur Fußball Vereinigung mitarbeiten. Sind mindestens 20 Personen gefunden, die beim Start der DAFV ehrenamtlich mitarbeiten werden, können die nächsten Schritte angegangen werden. (Zeitraum maximal 3 Monate / es sollten Personen sein, die Fachleute auf den 6 angegebenen Ressorts sind und eine Affinität zum Amateurfußball haben).

    Phase 4: Es müssen Gespräche mit dem DFB geführt werden, über

    Integration der Deutschen Amateur Fußball Vereinigung in den DFB (Gesellschaftsform klären / Verein oder Personen-/Kapitalgesellschaft, DAFV stellt Vizepräsident im Präsidium des DFB)

    die Ziele und die Umsetzung der Anfragen/Forderungen der Amateurvereine

    die Zusammenarbeit mit dem DFB und den Landesverbänden

    die Zusammenarbeit mit der DFL

    etc. (Zeitdauer: 1 Monat)

    Phase 5: Sind die Gespräche mit dem DFB abgeschlossen Gründung des Vereins/oder Personen-Kapitalgesellschaft.
    Sind die Gespräche mit dem DFB positiv verlaufen, die angesprochenen Punkte des DFB mit in die Gründungsunterlagen/Satzung aufnehmen.
    Sind die Gespräche mit dem DFB negativ verlaufen.
    Trotzdem Gründung der DAFV – ohne der Aufnahme von Anregungen/Forderungen des DFB. Gründungsunterlagen und Satzung der DAFV zusammenstellen. (Zeitdauer: 2 Monate)

    Phase 6: Aufbau einer eigenen DAFV Website, die interaktiv von den Vereinen und der DAFV genutzt werden können. Auf dieser Website werden die Aufgabengebiete die von der DAFV bearbeitet werden aufgeführt und die Ziele definiert. Die Anfragen der Amateurvereine gesammelt, gebündelt, und dann bearbeitet. Die Lösungen werden dann veröffentlicht und allen Mitgliedsvereinen zur Verfügung gestellt.
    (Zeitdauer: 3 Monate)

    Phase 7: Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Helfer. Über Telefon- und Videokonferenzen werden die anfallenden Themen ausgesucht, diskutiert und anschließend von den Mitarbeitern der DAFV ausgearbeitet und dem Antragsteller/Amateurverein zur Verfügung gestellt. Dieser prüft über einen vereinbarten Zeitraum die Wirksamkeit der Maßnahme und gibt der DAFV anschließend Feedback über die Ergebnisse.
    Sind die Mitgliedsvereine mit den Lösungen nicht zufrieden, werden diese nachbearbeitet und so geändert oder angepaßt, dass sie passgenau für die Nachfrager sind..

    Phase 8: Einrichten eines DAFV Kontos für die Mitgliedsbeiträge. Die Mitgliedsbeiträge werden für Aufwandsentschädigungen, Aufbau der Website und administrative Kosten (Gründung der Gesellschaft/Verein) verwandt.
    Marktsituation

    Die Fußballlandschaft in Deutschland wird vom DFB und der DFL geprägt. Sie sind die Vertreter der Fußballvereine (Bundesliga bis Kreisliga) in Deutschland. Sie bestimmen das Geschehen in dieser Sportart und haben keinerlei Konkurrenz.

    Seit Einführung des Internets haben sich zwar viele Plattformen gebildet, die dem Amateurfußball Bühnen bieten, die aber nicht die Sorgen und Nöte dieses Bereichs im organisierten Deutschen Fußball versuchen zu beheben. Es sind Websites, die durchaus kritisch mit dem Verhältnis DFB/Profifußball versus Amateurfußball umgehen, zur Lösung dieser Probleme aber wenig beitragen.

    Mit der Deutschen Amateur Fußball Vereinigung soll eine Institution geschaffen werden, die als Interessenvertretung der deutschen Amateurvereine, diese beim DFB und bei der DFL vertritt.

    Da es bisher keine Einrichtung gibt, die als Lobby für die Amateurvereine beim DFB vertreten ist, sollte der Erfolg einer solchen Institution – vorausgesetzt sie macht sich nicht vom DFB abhängig und vertritt auch konsequent die Meinung und die Forderungen der Amateurvereine – in Zukunft nicht auf sich warten lassen.

    Verhandlungen mit dem DFB/DFL über Themen die die Amateure brennend interessieren werden geführt und zum Nutzen und der Zufriedenheit der Amateurvereine – der Basis des gesamten Deutschen Fußballs – durchgeführt.

    Was die DFL für die Profivereine, ist soll die Deutsche Amateur Fußball Vereinigung für die Amateurvereine werden. Interessenvertreter, Sprachrohr und Vermarktungseinheit für ca. 7 Mio. Amateurkicker.

    Standort

    Die Deutsche Amateur Fußball Vereinigung sollte wie auch der DFB und die DFL im Raum Frankfurt am Main angesiedelt sein.

    Kurze Wege zu den Partnern/Konkurrenten vereinfachen die Lösungsfindung!

    Rechtsform und Firmierung

    Die Rechtsform und Firmierung muß geklärt werden.

    Kann sich der DFB eine Zusammenarbeit mit der DAFV vorstellen und sie als Kooperations-Partner wie die DFL akzeptieren, wäre die Rechtsform des Vereins eine Möglichkeit.
    Sieht der DFB in der DAFV einen Konkurrenten und legt keinen Wert auf eine Zusammenarbeit, könnte eine andere Rechtsform – die besser geeignet als ein Verein ist – gewählt werden.
    Die beabsichtigte und bevorzugte Rechtsform sollte aber die eines Vereins sein.

    Fazit

    Zitat DFB: Wer sich heute nicht um den Fortbestand der Fußballvereine an der Basis und die Talentförderung in jungen Jahren kümmert, gefährdet langfristig den Erfolg des gesamten deutschen Fußballs. Profifußball und Amateurfußball hängen deshalb voneinander ab. Ein solidarisches Miteinander ist daher von entscheidender Wichtigkeit.

    Betrachtet man allerdings die Aussichten für den Amateurfußball in Deutschland in der Zukunft, so sind diese eher düster:

    Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Vereine,
    der Rekrutierung von ehrenamtlichen Helfern,
    zu wenig qualifizierte Jugendtrainer
    Vereinssterben im Amateurfußball,
    Rückgang der Jugendmannschaften,
    das die Amateure mit ihren Problemen beim DFB kein Gehör finden,
    sich die finanzielle Schere zwischen Amateuren und Profis immer weiter öffnet und die Amateurvereine von den Entwicklungen im Fußball völlig abgehängt werden und
    das sich das DFB-Präsidium nicht mehr als Vertretung der Amateure versteht

    Dem DFB kommt zwar gemäß seiner Satzung die Aufgabe zu, den Amateurfußball zu vertreten. D.h. oberstes Gebot für den DFB sollte es sein dafür zu sorgen, dass zwischen den Amateurvereine und den großen Profivereinen eine gute Koexistenz herrscht. Sind doch die Amateurvereine die Talentschmieden für die Profis. Der DFB als Dienstleister für den gesamten deutschen Fußball. Doch dieser Aufgabe kommt er schon lange nicht mehr nach.

    Eine Gruppierung wie die Deutsche Amateur Fußball Vereinigung) könnte die Situation der Amateurvereine mit Sicherheit verbessern, indem sie deren Probleme und Nöte als Interessenvertretung beim DFB platziert und hilft diese zu beseitigen.

    Das der Amateurfußball in Deutschland eine unabhängige Interessenvertretung braucht steht wohl seit vielen Jahren außer Frage. Dazu hat der DFB, der eigentliche Schirmherr der Amateurvereine sein sollte, erheblich beigetragen. DFB-Veranstaltungen wie die Amateurfußballkongresse, wo die Probleme der Amateure nur am Rande behandelt werden, haben dazu wesentlich beigetragen. Es wurde viel geredet aber so gut wie nichts in Gang gebracht, was den Amateurvereinen geholfen hat.

    Großes Ziel der Deutschen Amateur Fußball Vereinigung ist die „Anerkennung des Fußballs, unterhalb der Profi- oder Elite-Ebene“ wieder herzustellen und den Amateurvereinen wieder neue Perspektiven zu eröffnen, die ihnen das Überleben und das Weitermachen in der Zukunft gewährleisten.

    Keine leichte Aufgabe wenn man bedenkt, das der größte Sportverband der Welt (7.169.327 Mitglieder) augenblicklich auch nicht als Einheit auftritt und mehr mit sich, als mit seinen Aufgaben beschäftigt ist.

    Denn laut sportschau.de ist der DFB nur vom Namen her ein Bund (eine Vereinigung zu gemeinsamem Handeln), selbst der DFB räumte 2020 in einer Pressemitteilung „interne Dissonanzen“ ein.
    Es tobt ein heftiger Machtkampf zwischen Präsident Keller und dem Generalsekretär Friedrich Curtius. Der fünfköpfige Präsidialausschuss – neben Keller und Curtius gehören die Vizepräsidenten Rainer Koch (Amateurvertreter) und Peters (DFL) sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge dazu – ist zerrissen. Es haben sich zwei Lager gebildet, dabei werden Vizepräsident Koch und Schatzmeister Osnabrügge dem Curtius-Lager zugeordnet.

    So wie sich die Situation im Jahr 2020 darstellt, ist der DFB mit sich selbst und seiner Organisation und nicht mit den Problemen und Nöten der Amateurfußballvereine im Land beschäftigt. Dazu läßt sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht bemerken, dass zuviel Beschäftigung mit der eigenen Organisation für Verbände und Unternehmen die Konsequenz hat, dass Sie den eigentlichen Betriebszweck aus den Augen verlieren. Da könnte eine außenstehende Institution wie die Deutsche Amateur Fußball Vereinigung Abhilfe schaffen.

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