Kommunen müssen sich laut Gesetz um Schulen, Kindergärten und die Feuerwehr kümmern. Sport zählt nur zu ihren freiwilligen Aufgaben. Es ist Zeit, das zu ändern.
Die globalen Krisen kommen im Breitensport an. Die demographische Entwicklung, der Klimawandel, die gesellschaftliche Spaltung und politischer Extremismus erschweren es auch den Kommunen, ihre Aufgaben zu meistern. Deren Pflichtfelder sind laut Gesetz: Schulen, Kindergärten, Kommunalwahlen, Versorgungseinrichtungen, soziale Angelegenheiten oder Feuerwehr. Sportinfrastruktur und Bewegungsangebote gehören nicht dazu, beide fallen in die Kategorie freiwillige Aufgaben.
Zwar besteht ein allgemeiner Konsens darin, dass sich Bildung und Sport gegenseitig bedingen, dass der organisierte Sport Teil der Bildung ist. Doch vor dem Gesetz wird der Sport nicht der Pflichtaufgabe Bildung zugeordnet, sondern den freiwilligen Leistungen. Es ist also dem Zufall überlassen, zum Beispiel privaten Initiativen, wo es künftig gute, ordentliche oder mangelhafte Voraussetzungen für den organisierten Sport gibt.
Vor allem in den wachsenden Ballungsräumen der Republik stehen die Zeichen auf Sturm. Großstädte sind häufig schon jetzt mit der Bewältigung der grundlegenden Ver- und Entsorgungsaufgaben überfordert. Es fehlen Sportplätze, Turnhallen, Schwimmbäder, die nicht abbruchreif sind. Sie stehen auf der politischen Prioritätenliste weit hinten, leider. Unsere Gesellschaft hätte anderes verdient und nötig, sie braucht den Vereinssport.
Es könnte noch schlimmer kommen. Ich spreche oft mit Politikerinnen aus meiner Region. Unsere Kommunen stehen vor enormen finanziellen Herausforderungen. Dies wird zu Einschnitten, womöglich drastischer Art, bei den freiwilligen Aufgaben führen. Allen voran werden dabei Sport und Kultur genannt. Demnach droht nicht nur Stillstand, sondern
möglicherweise sogar der Rückbau von Sportinfrastruktur. Lösbar wäre das Dilemma nur, wenn sich die politisch Verantwortlichen endlich dazu durchringen könnten, Sport als Teil der Bildung anzuerkennen und in den Stand der kommunalen Pflichtaufgabe zu erheben.
Seit 2025 gibt es auf Bundesebene eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt – ein starkes erstes Zeichen auch für den Vereinssport. Mit der Umqualifizierung des Sportangebots zur kommunalen Pflichtaufgabe könnte die Bundesministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (CDU), zur Retterin des organisierten Vereinssports werden. Meine Unterstützung hätte sie. Ein Blick über die Grenze hilft: Bei unseren Nachbarn in Dänemark ist das schon lange so.
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